[Standpunkt] Der Brockhaus schlägt die letzte Seite zu…

(c) Thomas Kohler (mecklenburg @ flickr)

Was sich letztes Jahr angekündigt hat, ist jetzt Wahrheit geworden. Die letzten Exemplare des Brockhaus sind Mitte August ausgeliefert worden und es wird auch keine Neuauflage mehr geben. Das bedeutet das Aus des namhaften Lexikons nach ~206 Jahren.

Nachdem ich in den letzten fünfzehn Jahren keinen Brockhaus mehr besessen oder benutzt habe, möchte ich hier nicht in den Pathos verfallen, dass ein Stück Geschichte gestorben ist. Manche Institutionen werden einfach von der Zeit eingeholt und nicht mehr gebraucht.

Zu seiner Zeit war der Brockhaus eine Revolution. Er wollte kein Nachschlagewerk für Wissenschaftler, sondern für alle Bürger zu sein. Diese Funktion übernimmt inzwischen wohl die Wikipedia, vielleicht auch deshalb, weil der gemeine Bürger vermutlich keine >2.000,- EUR für ein Lexikon setzen wollte.

Doch der Brockhaus hat noch etwas anderes geboten: Einen Überblick über den aktuellen Stand des Wissens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Diese Funktion entfällt nun weitgehend.

Und obwohl ich in den letzten fünfzehn Jahren weder einen benutzt oder auch nur besessen habe, wird er mir schon irgendwie fehlen, der Brockhaus.

[Blick über den Tellerrand] Die Fuji X-T1 aus der Sicht eines D800 Nutzers

Das ein oder andere Mal wird mal als Nutzer einer „Semi-professionellen“ Spiegelreflex-Kamera schon auf die Probe gestellt. Wenn man z.B. mit rund 5kg Ausrüstung bei 30° durch die Innenstadt von Rom pilgert oder ein Wochenende auf einer Berghütte angesagt ist.

In diesen Momenten schielt man dann auf die Freunde mit den kleinen Kompakten oder spiegellosen Systemkameras und fragt sich, ob das nicht auch reichen würde.

Ich hatte jetzt vor Kurzem die Gelegenheit, den aktuell wohl interessantesten Vertreter der Spiegellosen zu testen. Die FujiFilm X-T1 mit dem 18-55/2.8-4.0 Objektiv. [Blick über den Tellerrand] Die Fuji X-T1 aus der Sicht eines D800 Nutzers weiterlesen

[Kurztest] Transcend SDXC UHS-I U3 Extreme in der D800

Gerade ist mir die neue Transcend UHS-I U3 Extreme in die Hände gefallen. Da bot sich natürlich ein kurzer Test in der D800 an. Die Karte verspricht vollmundig eine Schreibgeschwindigkeit von 85MB/s und eine Lesegeschwindigkeit von 95MB/s. Natürlich steht auf der Verpackung ein kleines „bis“…

Das ist auch richtig. Denn in der D800 komme ich beim besten Willen (und auch bei mehrmaligem Testen) auf gerade mal 35MB/s und damit nicht einmal auf die Hälfte der angegeben Maximalwerte…

Preislich liegt die Karte mit ~41€ nur unwesentlich unter der schnelleren SanDisk SDHC Extreme, die mit >41MB/s liegt.

Insofern eindeutlich keine Empfehlung für diesen Preis…

Eine Übersicht gibt’s in meiner Vergleichstabelle der Speicherkarten in der D800

[Zubehörtest] Reise-Stative – Leicht, stabil und billig? Choose two…

Ich hatte bisher zwei Stative im Einsatz. Ein klassisches Manfrotto 190er in Alu und ein kleines Gitzo G1027 aus Carbon. Die Idee war, das Manfrotto als Allrounder dabei zu haben, wenn ich nicht auf das Gewicht schauen muss und das Gitzo als Reisestativ für’s leichte Gepäck zu verwenden. Hört sich schlüssig an, ist es aber nicht. In den letzten paar Jahren hatte ich eigentlich immer nur das Gitzo dabei, dass mir bei vielen Gelegenheiten mit seinen ~125cm Arbeitshöhe schlicht zu klein und bei Aufbauten mit D800, 70-200 und Blitz einfach oftmals zu wackelig war. [Zubehörtest] Reise-Stative – Leicht, stabil und billig? Choose two… weiterlesen

[Kurztest] ChromeCast HDMI – One to cast them all?

Auch wenn ich recht ordentlich mit Apple TVs ausgestattet bin, lohnt sich ab und zu der Blick über den Tellerrand in andere Systeme. Daher hab ich mir vor kurzem den ChromeCast von Google geshopt.

Der kleine Stick kostet um die 30-35€ und soll Teil der „Wohnzimmer-Offensive“ von Google/Android sein.

Nach einer Woche gelegentlicher Nutzung eine kurze Zusammenfassung…

Disclaimer: Ich schreibe hier aus der Sicht des Apple-Nutzers. Ich habe keinerlei Android-Geräte im Haus und kann daher nicht berichten, wie sich die Nutzung mit einem Android Tablet/Telefon verhält!

Die Einrichtung

Der ChromeCast muss  zunächst mit dem Netz verbunden werden. Google verlässt sich hier voll und ganz auf WiFi. Bluetooth ist – zumindest für die Einrichtung – wohl nicht an Bord, ebensowenig ein LAN-Anschluss. Die Einrichtung ist einigermaßen einfach.

  • ChromeCast an HDMI und USB (Strom) anschließen
  • App auf’s iPhone laden
  • iPhone ins WLAN des ChromeCast bringen
  • App starten und Daten des Haus-WLANs eintragen

Im Laufe des Prozesses läd der Stick auch gleich die aktuelle Version der Software runter. Daher dauerte der Prozess bei mir ca. 15min.

Was kann der ChromeCast?

Der kleine Stick ist (bis jetzt) ausschließlich als Empfänger von Medien von anderen Endgeräten gedacht. Das heißt, er hat derzeit keinerlei App-Speicher oder andere „Intelligenz“ an Bord. Er kann nicht über eine Fernbedienung (oder HDMI-CEC) gesteuert werden, sondern ist voll und ganz auf eine „höhere Macht“ in Form einer App auf einem mobilen Endgerät angewiesen.

Das bedeutet auch, die App muss den ChromeCast unterstützen. Bei mir beschränkte sich das derzeit auf Plex , YouTube und Watchever. Amazon Instant Video bleibt derzeit (noch?) außen vor.

Leider (aber offensichtlich) kann der ChromeCast auch nicht als Airplay-Empfänger dienen. Das bedeutet, dass auch die internen iOS Apps (Bilder, Video, Musik) keine Daten an den Stick schicken können. Schade.

Fazit…

Der ChromeCast ist vor allem eins: Billig. Mit unter 35,- EUR reisst er kein großes Loch in die Kasse. Allerdings ist sein Nutzen begrenzt. Jegliches Abspielen von Medien muss durch ein Endgerät initiiert werden. Der Stick selbst, kann nicht „gesteuert“ werden und hat auch keinerlei direkte Anbindung an Plex- (oder DLNA-) Server an Bord, ebenso wenig kann er direkt auf Google Play Music, Videos usw. zugreifen.

Und gerade hier hätte ich von Google mehr erwartet. Denn hier liegt die schwäche des Apple TV, der sich komplett auf die eigene Infrastruktur verlässt und keinerlei alternative Medienserver zulässt, es sei denn, man verlässt sich auf dubiose Hacks.

Der ChromeCast ist sicherlich eine Überlegung für alle, die nur mal eben ein YouTube-Video auf den Fernseher bringen wollen oder Filme von den derzeit unterstützen Diensten (Maxdome, Watchever, Plex) anschauen wollen und dabei kein Problem haben, dass alles von einem Smartphone oder Tablet aus gesteuert wird.

Er ist nichts für Leute, die bereits einen Apple TV haben, in der Apple-Welt leben oder eine eigenständige „Set-Top-Box“ suchen, die ohne ein Smartphone/Tablet sondern einfach mit einer Fernbedienung auskommen soll.

[Basteltipp] Apple TV mit Plex auf einer Synology nutzen. [Update|21.01.2015]

Ich habe bisher meine Filme ja primär auf meinem iMac mit einem Drobo 5D gespeichert und über iTunes und die Privatfreigabe abgespielt. Das hat grundsätzlich auch weitgehend problemlos funktioniert. Allerdings hat mich immer gestört, dass der Drobo 5D sogar im Ruhezustand >15W verschlingt.
Da liegt es nahe, Plex auch als Playout-Server für die Wiedergabe auf dem Fernseher zu nutzen. Erste Tests mit einem Rasberry Pi mit RasPlex waren leider nicht besonders erfolgreich und Apple wird sicher noch einige Zeit keine Apps auf dem Apple TV erlauben. Auf der anderen Seite sichere ich meine Filme zusätzlich auf einem Synology DS1512+ in der Garage. Nun habe ich seit einiger Zeit Plex auf der Synology laufen, um auch auf dem iPad meine Filme und Serien wiedergeben zu können (da Apple das mit der Privatfreigabe unter iOS einfach nicht hinbekommt…). Und nachdem Apple noch keine Apps auf dem Apple TV zulässt bleibt nur eins: Hacken!

 

Für das Hacken des Apple TVs gibt’s einige Anleitungen im Netz, ich habe mich an den Weg hier im Plex-Forum gehalten…

Auf der Synology

Voraussetzungen:

  • Das Synology braucht eine feste IP-Adresse: Systemsteuerung > Netzwerk > Netzwerkschnittstelle. IP-Adresse merken, DHCP ausschalten und IP-Adresse manuell eintragen (und für später noch merken).
  • HTTPS muss für den Web-Service ausgeschalten sein: Systemsteuerung > Webdienste > HTTPS Dienste für Webservice aktivieren darf nicht angehakt sein.

Dann geht’s los

  1. [Basteltipp] Apple TV mit Plex auf einer Synology nutzen. [Update|21.01.2015] weiterlesen

[Standpunkt] Internetzugänge müssen zur Grundversorgung zählen!

Gerade eben habe ich auf Netzpolitik.org einen Artikel zur geplanten “Netzallianz Digitales Deutschland” gelesen. Zunächst sind 50MBit/s als Grundversorgung ein wünschenswertes Ziel. Allerdings ist 2018 viel zu spät.

Ich bin der Meinung, dass Deutschland hier schon lange den „Anschluss an die digitale Spitzengruppe in der Welt“ verloren hat. Diese sitzt in Nordeuropa und Asien und hat schon lange begriffen, dass die Netzversorgung ein grundsätzlicher Standortvorteil, ja eine Voraussetzung für künftige Innovation sein wird. Internet = Information, Austausch und Bildung!

Das muss die Bundesregierung so schnell wie möglich einsehen. Internet darf auch in Deutschland kein Luxusgut mehr sein, sondern muss – genau wie Strom und Wasser – für jedes Dorf und jedes Haus selbstverständlich sein. Hier muss ein Grundversorgungsanspruch durch die Bundesnetzagentur geschaffen und auch durchgesetzt werden.

Die Netze müssen wieder zurück unter staatliche Kontrolle wie das Wassernetz. Von mir auch nur unter stärkere staatliche Reglementierung wie im Stromnetz. Wenn ich heute in ein Haus oder eine Wohnung einziehe, bekomme ich ohne Aufwand sofort einen Stromanschluss. Dass muss auch für den Internetanschluss gelten.

Der Staat muss dafür sorgen, dass die Internetanbieter auf marketingpolitische Spielereien verzichten und ohne Einschränkung an jedem Anschluss mindestens 50 MBit/s (und zwar in jede Richtung und ohne PPPoE oder sonstige Spielereien) zur Verfügung stellen. Und dass neutral und zu einem bezahlbaren Preis.

Alles andere wäre nur politische Augenwischerei.