Pimp my drobo … den Drobo leiser machen.

Wie schon geschrieben hab ich mir vor kurzem einen Drobo zugelegt. Neben der Geschwindigkeit war für mich vor allem die Lautstärke ein Problem. Naturgemäß ist ein Festplattenstapel mit vier Platten lauter als eine Einzelplatte, dennoch witterte ich hier noch etwas Optimierungsmöglichkeiten…Die zwei Lärmquellen sind natürlich zum einen die Festplatten, zum anderen der Lüfter. Und an beiden kann man etwas schrauben. An den Festplatten relativ einfach such den Einsatz leiserer Modelle, am Lüfter mit etwas Bastelarbeit.Zunächst noch ein paar Sätze zu den Festplatten. Ich hatte einige Tage  zwei 2TB Platten von Samsung (aff. link) und zwei 1,5TB Platten von Seagate (aff. link) im Einsatz. Letztere sind Exemplare mit 7.200 U/min und dementsprechend lauter als die zwei 5.400 U/min Platten von Samsung. Da aus meiner Sicht zum einen die Geschwindigkeit des Drobos stark vom Controller und weniger von den Festplatten bestimmt wird, und zusätzlich die 7.200er im Verbund mit den 5.400ern ihren Vorteil nicht ausspielen können, werde ich diese in absehbarer Zeit auch durch 2TB Platten austauschen. Da die Testergebnisse von Samsung und der Alternative von Western Digital recht ähnlich sind, werde ich wohl wieder zu den Samsung greifen

Aber jetzt zum Lüfter…

Stärker als die Festplatten ist beim Drobo der Lüfter für den Lärm verantwortlich. Der Lüfter springt bei mir alle ca. 5min an und surrt dann deutlich vernehmbar für ca 1-2min. Eine Internetsuche nach Drobonutzern mit ähnlichen Problemen verlief gemischt. Es kursieren hier unterschiedliche Aussagen zur „Belästigung“ durch den Lüfter. Daher gehe ich davon aus, dass in verschiedenen Drobos vermutlich wechselnde Lüftertypen verbaut werden und zum anderen natürlich der subjektive Belästigungseindruck schwankt. Bei mir steht der Drobo zwar recht weit weg vom Schreibtisch, da ich aber einen fast lautlosen iMac 24″ benutze, fällt das Lüftergeräusch des Drobo natürlich umso störender auf.Auf meiner Suche bin ich auch auf zwei Artikel (bei nsonic.de und im technikblog.ch) gestoßen, in dem über den Austausch des Drobo Lüfters gegen ein handelsübliches, leiseres Exemplar berichtet wird. Außerdem hab ich noch eine Anleitung gefunden, in der das Zerlegen des Drobos genauer beschrieben ist. Angespornt von diesen Fundstücken habe ich mich dazu entschlossen, meinem Drobo ebenfalls einen leiseren Lüfter zu verpassen…Der Lüfter im Drobo war für mich eine kritische Komponente, da ich bereits mal mit überhitzten Festplatten zu kämpfen hatte. Ich hab den Drobo zunächst mal zerlegt um die Rahmendaten des verbauten Lüfters herauszufinden.

Disclaimer:

Das Öffnen des Drobos macht vermutlich die Garantie hinfällig, da dabei ein Siegelaufkleber zerstört wird. Der Originallüfter des Drobo ist insgesamt leistungsstärker als die hier erwähnten Alternativen. Beim Einsatz von schnellen und damit heiß werdenden Platten (7.200U/min) kann diese Leistung aber für eine ausreichende Kühlung notwendig sein. Außerdem wird im Drobo ein nichtstandardisierter Stromanschluß für den Lüfter verwendet. Daher sind entweder Lötereien, oder sonstige Befestigungstricks notwendig, um den Lüfter befestigt zu bekommen. Ich übernehme hier natürlich keinerlei Verantwortung für die Bastelei und die möglichen Folgen!

Ausgangssituation

In meinem Drobo war ein ADDA AD0912UB-A70GL verbaut. Google führte mich zu einem Datenblatt aus dem hervorgeht, dass der Lüfter 92x92x25mm groß ist, mit 12V betrieben wird und bei 3.300 U/min ca. 100 m3/h befördert und dabei 40db Lärm erzeugt. Der Lüfter läuft nicht durchgängig und ich konnte keine großen Drehzahlvariationen feststellen, daher gehe ich davon aus, dass der Lüfter temperaturgesteuert an oder aus geht. Da der Lüfter bei mir nicht durchgängig läuft, gehe ich weiter davon aus, dass die Förderleistung von 100m3/h nicht benötigt wird…“Leise Lüfter“ gibt es im Bereich von 45 bis 55 65 m3/h also etwa 1/2 bis 2/3 der Originalfördermenge. Meine Überlegung war auch, dass ein „schwächerer“ Lüfter zwar öfter läuft, sich mit den hier angestrebten <20db(A) aber hinter den Laufgeräusche der Festplatten „versteckt“, also subjektiv nicht hörbar ist…

1. Anlauf

Zunächst habe ich mich für einen Coolink SWiF2-921 (aff.Link) entschieden. Der Lüfter liefert mit 55m3/h noch etwas mehr als die Hälfte des eingebauten Lüfters, erzeugt aber nur noch 16.2db Lärm, er übertönt also nicht mehr das Laufgeräusch der Festplatten.Das Ergebnis: Der Lüfter läuft im normalen Betrieb alle ca. 2min an. Das entspricht in etwa meinen Erwartungen. Da der Lüfter aber sehr viel leiser ist, als der Originale, hört man zwischen Lüfterbetrieb und dem Laufgeräusch ohne Lüfter so gut wie keinen Unterschied mehr. Es bleibt also beim leisen Säuseln der Platten…Doch dann wurde es draußen (und damit auch drinnen) wärmer und der Lüfter schien ab ca. 25° Zimmertemperatur vollständig durchzulaufen. Das war mir dann doch zu kritisch und ich hab mich auf die Suche nach einer kräftigeren Alternative zum SWiF2 gemacht…

2. Anlauf

Über diverse Datenblätter und Casemodding Seiten (Gott behüte, was ich mir als Mac-Nutzer da ansehen musste… ) hab ich dann den Be quiet! Silent Wings USC in 92mm aufmerksam geworden. Bei einem gleichen Schalldruck von 18db(A) liefert der Lüfter mit 65m3/h ordentliche 20% mehr Leistung als der SWiF2 und damit rund 2/3 des ursprünglichen Lüfters.Der „Be Quiet!“ ist zwar mit 15,- EUR nicht gerade günstig, liefert dafür aber deutlich mehr Luftmenge als der SWiF2. Und auch bei 27° Raumtemperatur hatte er noch genug Reserven, sodass er nur alle 3-4 Minuten kurz angesprungen ist…

Fazit:

Vom Drobo hört man nach dem Lüftertausch tatsächlich nicht mehr viel mehr als die Festplattengeräusche. Eigentlich nicht verständlich, dass es Drobo Inc. trotz des hohen Gerätepreises nicht für notwendig hält, ordentliche (leise) Lüfter zu verbauen. Aus meiner Sicht hätten problemlos auch ein 120mm Lüfter im Gehäuse Platz gefunden, mit dem Drobo auch die Förderleistung von 100m3/h erreichen konnte, ohne das das Gerät nervig laut wird.Für mich hat die Umrüstung genau das erreicht, was mein Ziel war. Der Drobo ist jetzt „bürotauglich“. Er fällt auch in der Nähe des Schreibtisches nicht mehr besonders auf. Die Festplattengeräusche sind natürlich weiterhin vorhanden. Diese hoffe ich aber durch den oben angesprochenen Festplattentausch noch etwas zu mildern…

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  • Phill

    voll gut ! hab grade etwas ähnliches gemacht, erfolgreich einen 120mm Scythe slip stream sy1225sl12m in den drobo gen2 transplantiert, Volumen: 116,5 m³/h 24dba.
    Somit für voll Bestückung und den sommer gerüstet und das ohne höhbar zu sein, bzw die platten sind lauter als der Lüfter und ab ca 1m ist der Lüfter so oder so nicht mehr hörbar.

    Lg und danke für die Inspiration ^^
    Phill

  • Phill

    Jau ich nochmal, also wenn ihr das auch auf 120mm umrüsten wollt seit gewarnt!
    Die lüftersteuerung im gen 2, 4 Bay drobo gibt warum auch immer nur maximal 7volt AUS,
    wenn ihr auf 120 mm Lüfter aufrüsten möchtet bedeutet das das der Druck den der Lüfter erzeugt nicht ausreichenden Luft Strom durch den Drobo erzeugt. Auch wenn die Fördermenge an Luft sogar den des 80mm original Lüfters übertrifft so ist der Luftdruck geringer und damit die Kühlung unzureichend.

    Ich habe das Problem so gelöst das ich eine steuerschaltung mit thermistor bei Conrad gekauft habe, und den thermistor so angebracht habe das er die oberste Festplatte fast berührt, diese Schaltung gibt maximal etwas über 11v an den Lüfter, den Strom habe ich direkt vom Mainboard des drobo geholt und die Platine mit der Schaltung hat auch noch im Gehäuse Platz gefunden.

    Das ganze hat den vorteil das die Schaltung auch anspringt wenn der drobo im Standby ist und durch andere Einflüsse aufgeheizt wird, und beim einschalten dreht der Lüfter nicht mehr für ein paar sec mit volllast. Die Temperaturen der hdd’s im drobo sind sehr viel besser selbst bei Dauerlasst maximal Handwarm und nicht wie vorher richtig heiß jenseits der 45-50 Grad C. Dazu ist das ganze praktisch nicht mehr hörbar aus ca 1m Entfernung nimmt manchen Lüfter nicht bewusst wahr, die Schaltung kostet einen 11€.

    Für mich hat sich die Aktion gelohnt, platten kalt, drobo leise und ich muss mir keine sorgen mehr machen das ihm im Selbstbau Server Schränkchen zu warm wird 🙂