[Kurztest] Drobo S – „S“ stands for Speed

„Das bessere ist des guten Feind“ heißt es doch so schön. Daher konnte ich nicht widerstehen und hab mir mal den „Drobo S“ angeschaut gegönnt.

Bisher nutze ich als Ablage für die Mediendateien ja den Drobo (2.Gen) mit 4 Laufwerkseinschüben und Firewire 800. Dieser funktioniert für mich zwar gut, hat aber einen großen Nachteil: Die Geschwindigkeit. Drobo Inc. ist hier zwar dreist und preist den Drobo doch tatsächlich als „Speed Deamon“ an, angesichts magerer ~20MBit/s über FW800 scheint mir das „im wirklichen Leben“ schon ziemlich vermessen.

Eine höhere Geschwindigkeit verspricht hier der Drobo S. Der optisch auffälligste Unterschied sind sicherlich die 5 Laufwerkseinschübe, was das Gehäuse etwas höher macht und die quadratische Form nimmt. Zudem werkelt im Drobo S auch ein komplett neuer Controller und bieten neben FireWire 800 auch die (zugegeben für den Mac unnützen) Schnittstellen USB 3.0 und eSATA an.  Die Schnittstellengeschwindigkeit ist das eine, die lag beim 4-bay Drobo ja theoretisch bei 100MBit/s brutto (FW800). Das Andere ist das, was in der internen Verwaltung, Verteilung und Sicherung der Daten an der Platte rauskommt. Und hier scheint tatsächlich auch ein neuer Prozessor zu arbeiten. Meine Tests über FW800 kamen auf durchschnittlich immerhin ~45MBit/s, etwa das doppelte wie beim alten Drobo.

Diese Geschwindigkeitssteigerung betrifft auch interne Verarbeitungen wie z.B. beim Plattenwechsel oder dem einschalten der – ebenfalls neuen – Zwei-Platten-Ausfallsicherheit (Dual-Disc Redundancy), bei der der Drobo S einen Ausfall von zwei Platten absichert (und dafür entsprechend weniger Nettoplatz zur Verfügung stellt). Der Wechsel einer Festplatte gegen eine andere (im mit 4TB Daten bestückten Drobo) dauerte bei mir ca. 2 Tage. Der Drobo S erledigte das gleiche unter 24h. Ob diese Resultate allgemeingültig oder aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen schwanken sei mal dahingestellt.

Bleibt noch der Pferdefuß der Angelegenheit: Der Preis.

Sind die ~300,- EUR für den 4-bay Drobo schon kein Schnäppchen, will der Händler des Vertrauens für einen neuen Drobo S etwa das Doppelte sehen. Für 600,- EUR bekommt man aber gut und gern professionelle NAS-Lösungen oder zwei schnelle FW800 RAID Gehäuse vom Kaliber des MacPower Hydra LCM. Insofern wäre der Drobo S für mich als Neugerät nicht in Frage gekommen. Da ich ihn aber als „refurbished“ Gerät recht günstig erstehen konnte, kam mir das Upgrade ganz gelegen…

Mein Fazit also nach gut 2 Wochen:

+ Geschwindigkeit
+ zusätzliche Kapazität/Sicherheit durch 5. Laufwerksschacht
+ weitere Anschlussmöglichkeiten durch USB 3.0 und eSATA

– hoher Preis
– etwas lauter im Betrieb
– etwas höherer Stromverbrauch

PS: Die Lautstärke des Drobo S resultiert ähnlich wie beim 4-bay Drobo aus meiner Sicht ebenfalls komplett durch den lauten Billiglüfter. Das werde ich mir in den nächsten Tagen nochmal anschauen…