[Eindrücke] Where’s the “Pro” in MacBook Pro?

Kurzer Hintergrund: Ich habe geschäftlich für ein Projekt ein neues MacBook benötigt. Da ich keine “alte” Hardware kaufen wollte, war der Druck recht groß, als Apple im Oktober das neue MacBook Pro vorgestellt hat. Nach einigen Problemen bei der Bestellung konnte ich trotzdem erst im Februar das MacBook Pro entgegennehmen. Nach jetzt gut einem Monat in der Benutzung ein paar Gedanken zum neuen Gerät…

Tastatur

Über die Tastatur wurde bereits viel geschrieben. Ich bin anscheinend einer der wenigen, der den neuen Druckpunkt und die Größe der Tasten mag. Was ich nicht mag ist die Lautstärke der Tasten, der etwas “hohle” Klang in der Mitte und die desaströsen Cursortasten.

TouchBar

Einfach nur unnütz. Für mir bekannte Apps benutze ich Tastenkürzel, für unbekannte Apps dauert es viel zu lange, sich an die Bedienung zu gewöhnen. Über allem thront das Fiasko mit der touch-Escape-Taste. Apple, raus damit!

TouchID

Wie schon beim iPhone/iPad praktisch und gut integriert. Durch meine Apple Watch ist der Sensor bei mir aber selten im Einsatz.

Trackpad

Unfassbar groß und sehr gut. Im täglichen Einsatz absolut problemlos und ohne “Handballenprobleme”.

Gehäuse

Leichter ist immer besser. Ich komme vom 2015er MacBook pro 13″. Anfangs hatte ich vor allem wegen des Gewichts Angst vor dem 15″. Das ist inzwischen der Begeisterung über das größere Display gewichen. Die Verarbeitung ist Apple-Like gut. Einziges Manko (siehe Tastatur). Beim Tippen trübt bei mir ab und zu ein “hohles” Geräusch die Begeisterung.

Display

Ich kann keinen großen Unterschied zu meinem “alten” MacBook pro erkennen… mal abgesehen von der Größe natürlich. Den “Großen Farbumfang” kann ich im täglichen Betrieb nicht wahrnehmen.

USB-C Anschlüsse

Was soll ich sagen. Gute Idee, vielleicht zu strikte Umsetzung. Meine Adaptertasche hat inzwischen einen Wert von gut 200,- EUR. HDMI, Ethernet, VGA, USB-A, SD-Kartenleser. Schade, dass der Apple AV-Adapter nur 4K@30Herz kann.

Die Erwartung, dass USB-C als “universeller” Anschluss eben … universell ist, hat sich nicht erfüllt. Die Flut an Kabeln und Spezifikationen ist so gut wie nicht mehr überschaubar. Beispiel gefällig: Das mitgelieferte Ladekabel taugt tatsächlich nur zum Laden und überträgt ansonsten nur USB2 Geschwindigkeit. Ein weiteres USB-C (USB3.1) Kabel kann maximal 60W an Leistung übertragen und verbindet sich nicht mit einem Elgato Game Capture HD60s. Das mitgelieferte USB-A auf USB-C Kabel mit Adapter funktioniert dagegen.

Von Thunderbolt 3 und USB-C will ich gar nicht erst anfangen…

Akku

Hält bei mir ca. 6h bei “normaler” Arbeit, sprich: Web, E-Mail und eine Java-App. Insgesamt hätte ich mir hier mehr erwartet. Die angekündigten zehn Stunden habe ich bisher noch nie auch nur ansatzweise erreicht…

Fazit

Ich nutze das MacBook mit gemischten Gefühlen. Zum einen bin ich von der Leistung des Prozessors und der Graphikkarte und der Geschwindigkeit der SSD begeistert. Ich habe hier allerdings auch nur den Vergleich zum 13″ MacBook Pro mit dem DualCore Prozessor und ohne dedizierte Karte…

Das Gehäuse ist gut verarbeitet, die scharfen Kanten an der Handballen-Auflage nerven mich schon seit meinem ersten UniBody MacBook, sind aber wohl nicht zu ändern.

Der USB-C-Dschungel ist schwer zu überblicken und bringt trotz des einheitlichen Steckers neue Schmerzen bei den Spezifikationen mit. Ob das Gehäuse tatsächlich keinen HDMI-Anschluss vertragen hätte, sei mal dahingestellt…

Einfach komplett unnütz ist die TouchBar. Hier hätte Apple die Energie besser in andere Aspekte gesteckt.

Insgesamt für mich ein gutes MacBook Pro, allerdings nicht mehr. Der große Wurf nach der langen Wartezeit blieb aus.