[Vergleichstest] Objektive an der D800 – Teil 2: Normalbereich [update: 18.06.2012]

Wie schon im Weitwinkelbereich hab ich meine Objektive auch im “Normalbereich” von 50-80mm an der D800 getestet.

Angetreten sind dieses mal:

Der Testaufbau blieb gleich: D800 aufs Stativ, Selbstauslöser und Fernauslöser, Spiegelvorauslösung (3sek) und fokussieren durch LiveView. Import der Bilder in Lightroom, Beschneiden in Photoshop CS5.

Testbilder gibt es wieder hier»

Mein Fazit soweit:

Das Nikon 50/1.4G als einzige Festbrennweite legt ein “wie erwartet” ordentliches aber nicht ganz überzeugendes Ergebnis hin. Das Objektiv ist erst ab 2.8 wirklich scharf. Eine leichte Unschärfe bei <2.8 war mir bekannt, dass diese jedoch so stark ausfällt überraschte mich. Die Schärfe über das gesamte Bildfeld ist homogen.

Das Nikon 24-70/2.8G zeigt sich ebenfalls untadlig. Bereits ab f/4 in der Mitte sehr ordentlich, am Rand ohne große negative Überraschungen. Nicht so gut wie das 50/1.4, aber sein Geld absolut wert.

Interessant für mich der Vergleich zwischen dem – gut 5 Jahre alten, im Zeitungsalltag geschundenem – 80-200/2.8D ED (Schiebezoom) und dem neuen Sigma 70-200/2.8 OS HSM.

Das Nikon 80-200 zeigt im Zentrum eine durchgängig ordentliche Schärfe, fällt zum Rand dann allerdings etwas ab, und bietet dort auch bei f/8 keine knackige Schärfe. Das Sigma ist bei f/2.8 etwas weicher, überholt dann im Zentrum ab f/4 das Nikon. Im Randbereich ist das Sigma auch nicht frei von Makel, ist aber doch einen tacken schärfer und bietet insgesamt wohl den homogeneren Schärfeverlauf über den Bildkreis.

[update: 18.06.2012] Das neue 70-200/2.8 VRII hat bei 70mm eindeutig die schwächste Leistung. Im Zentrum ist das 80-200/2.8 und das 70-200/2.8 OS etwas schärfer. Am Rand zeigt es aber keinerlei Schwäche und ist bereits ab f/2.8 extrem scharf.

Das 28-300/3.5-5.6VR bietet hier zwar die vergleichsweise schwächste Leistung, kann aber zumindest ab f/5.6 mit den anderen Objektiven einigermaßen mithalten. Für ein derartiges Superzoom eine absolut annehmbare Leistung.

[Vergleichstest] Objektive an der D800 – Teil 1: Weitwinkelbereich (Update!)

In den letzten Jahren haben sich bei mir einige Objektive angesammelt. Da ich kürzlich auf die D800 umgestiegen bin, will ich diese Stück für Stück an der D800 testen und die Ergebnisse hier veröffentlichen. „[Vergleichstest] Objektive an der D800 – Teil 1: Weitwinkelbereich (Update!)“ Weiterlesen

Back to sender – Warum ich die Nikon V1 zurückgegeben hab

Nach knapp zwei Wochen hab ich die V1 jetzt doch wieder zurückgegeben. Das hat vor allem zwei Gründe:

1. ISO-Verhalten

So gut das Verhalten bei High-ISO auch ist (gerade im Vergleich zu Kompaktkameras oder FT-Gehäusen), so sehr bin ich inzwischen von meiner D700 verwöhnt. Mir war zwar klar, dass die V1 gefühlt rund 4 ISO-Stufen schlechter ist als die D700 (also ISO3200 bei der D700 entspricht bei der Qualität etwa ISO800 bei der V1), mir war aber nicht bewusst, dass mich das derart stört… Vielleicht liegt’s auch an der Jahreszeit, aber die letzten Gelegenheiten zum Fotografieren waren allesamt bei so schlechtem Licht, dass die V1 einfach keinen Spaß machte.

2. Gesamtkosten des Systems

Meine Idealzusammenstellung wäre wohl die V1 mit dem 10/2.8 und dem 30-110VR. Leider verkauft Nikon die V1 nicht in dieser Kombi. Daher müsste ich bei jeder erhältlichen Kombination mindestens ein Objektiv dazukaufen. Die Objektive sind zwar recht günstig (~250,- EUR), das Set kratzt aber auf jeden Fall an der 1.000,- EUR Marke.

Dazu kommt, dass Nikon unverständlicherweise nicht auf den Standard-Blitzschuh zurückgreift, sondern ein eigenes Anschlusssystem geschaffen hat, sodass ich auch noch einen Blitz für ca. 150,- EUR beschaffen müsste…

Irgendwie tut’s mir ja schon leid, denn die Kleine ist mir eigentlich richtig ans Herz gewachsen. Nur leider ist sie für mich einfach noch zu teuer, für die wenigen Einsätze, die sie bei mir bewältigen müsste.

[Kurztest] The second one – Nikon V1

Nach der Nikon 1 J1 hatte ich inzwischen auch die Gelegenheit, die “große Schwester”, die V1 zu testen.

Die beiden Kameras sind von der optischen und der Bildverarbeitungseinheit so gut wie identisch. Beide haben den gleichen Sensor mit 10MP im (Nikon-Sprech) “CX”-Format, also 13,2 mm x 8,8 mm. Beide Kameras haben den “Expeed 3” Bildprozessor, die gleiche Belichtungsmessung und die famose Kombination aus Phasen- und Kontrast-Autofokus, die im Idealfall das Beste der beiden Welten (DSLR und Kompakt) in einem Gehäuse vereint.

Da die beiden Kameras “im Kern” identisch aufgebaut sind, verweise ich hier auch auf meinen Kurztest der J1 und beschränke mich hier auf die Unterschiede und ein Fazit… „[Kurztest] The second one – Nikon V1“ Weiterlesen

[Kurztest] Here comes the one … Nikon J1

Das frisch vorgestellte Nikon 1 System sieht auf dem Papier ja recht reizvoll aus. Eine Systemkamera mit einigermaßen großem Sensor in der Größe von einer Kompakten hat mich auf jeden Fall auf Anhieb angesprochen. Ich hab das System in Form der Nikon J1 mit dem 10/2.8 einige Tage getestet. Hier ein paar unsortierte Eindrücke von der Kamera, dem System und der Einordnung in den “Gesamtplan”.  „[Kurztest] Here comes the one … Nikon J1“ Weiterlesen

[Objektivtest] Sigma 28mm 1.8D EX DG an der Nikon D700

Ich hab schon länger immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, mir ein Objektiv irgendwo im Bereich von 35mm anzuschaffen. Vor einiger Zeit hatte ich das 35/2 von Nikon zum Testen hier und war eigentlich ganz angetan von dem kleinen Teil. Allerdings wollte ich mir neu kein so “altes” Objektiv mehr anschaffen (zumal ich immer noch mit einem AF-S Nachfolger rechne) und gebraucht war es mir dann mit knapp 250,- EUR doch zu teuer.

Kurzzeitig hab ich schon mit dem Gedanken gespielt mir das neue AF-S 35/1.4 von Nikon zu kaufen, was dann aber banal am Geld bzw. an der Bereitschaft der Investition scheiterte.

Dann wurde ich auf das 28/1.8D von Sigma aufmerksam gemacht. Einer zwar auch schon relativ alten Linse, von der mich aber die Beispielbilder durchweg begeisterten, und das gebraucht für <200,- € verkauft wird. Letzte Woche hab ich dann zugeschlagen und mir ein ordentlich gebrauchtes Exemplar für genau 182,- EUR aus der Bucht gefischt. Hier jetzt ein kleiner Testbericht dazu.

Verarbeitung/Verpackung/Zubehör

Bei dem Objektiv handelt es sich um ein sog. EX-Objektiv, was es als Vertreter der hochwertigen Reihe von Sigma-Objektiven auszeichnen soll. Die Verarbeitung ist hier einwandfrei. Die “gummierte” Oberfläche des Objektivs mag nicht jedermanns Fall sein, ich finde es aber sehr angenehm. Der Fokusring dient gleichzeitig auch als AF-MF Umschalter, wie man es z.B. auch von einigen Tokina-Objektiven kennt. Für mich nicht die optimale Lösung, aber annehmbar. Leider wackelt mein Fokusring etwas bzw. lässt sich sehr leicht verstellen, was aber nicht üblich für das Objektiv sein dürfte…

Das Objektiv kommt gut verpackt in einem Umkarton, und einem Objektivköcher steckend. Im Gegensatz zu den “Nikon-Beuteln”, ist dieser ein hochwertiger Vertreter seiner Art. Er ist aus einem Nylonmaterial gefertigt und dick mit Schaumstoff ausgepolstert, passend auf das Objektiv ausgeschnitten.

Auch eine ordentlich sitzende Sonnen-/Gegenlichtblende ist mit dabei. Leider mag der billig wirkende Sigma-Objektivdeckel nicht ganz ins Bild passen…

Insgesamt braucht sich das Sigma nicht hinter den Festbrennweiten von Nikon zu verstecken…

Bildqualität

Kurz gesagt: Das Sigma hat mich überzeugt. Es ist bereits ab Offenblende 1.8 im Zentrum knackscharf und muss sich auch im Randbereich nicht hinter dem 14-24/2.8 oder dem 24-70/2.8 von Nikon verstecken. Letzteres hat mich beim Vergleichstest bei 28mm sogar etwas enttäuscht bzw. negativ überrascht. Evtl. muss ich mein Exemplar mal zu Nikon einschicken. Die Testbilder in älteren Vergleichen waren auf jeden Fall schärfer wie die Leistung, die das 24-70 heute gebracht hat…

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem Kauf. Für knapp 200,- EUR hab ich eine kompakte und gute Linse für Street und Innenraumfotografie in meiner Tasche. Das Nikon 35/1.4 mag da besser sein, ist allerdings auch ~4mal teurer als das Sigma (beim Neukauf). Sollte Nikon allerdings mal ein neues 35/2 AF-S vorstellen, könnte ich evtl. nochmal schwach werden…

Testbilder des Sigma 28/1.8D EX an der D700 (im Vergleich mit dem 24-70/2.8 und dem 28-300/3.5-5.6VR) gibt’s bei mir auf der Objektivtestseite.

[Zubehörtipp/Test] Aputure BP-D10 (Nachbau des Nikon MB-D10)

Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Nikon MB-D10 Batteriegriff für meine Nikon D700 angeschafft. Der Griff bietet mehrere Vorteile bei der Bedienung der Kamera. So ist z.B. ein zweite “Auslöser-Paket” dabei (also Auslöseknopf, vorderes/hinteres Drehrad, Auswahlwippe für die AF-Punkte), das für Hochformat-Aufnahmen platziert ist. Dann bietet der Griff die Möglichkeit, Normale AA-Batterien/Akkus statt der teuren EN-EL3 Akkus zu verwenden, und man kann auch die leistungsstarken Akkus der D2/D3 Serie (EN-EL4a) verwenden. Beide Stromquellen erhöhen die Bildfrequenz der D700 dann auch auf 7 Bilder pro Sekunde (statt 5 Bilder pro Sekunde). Dazu kommen noch “subjektive” Effekte wie die – aus meiner Sicht – bessere Gewichtsverteilung bei schweren Objektiven.

Das ganze erkauft man sich aber für einen recht hohen Preis, Nikon will für den Griff satte 329,- EUR (Liste), Straßenpreis ist so um die 265,- EUR (amazon.de aff link). Will man dann auch die großen Akkus der D2/D3 verwenden, kann man das ganze im Set als Power Drive Kit (PDK-1) für 599,- (Liste) bzw. rund 500,- EUR (Straße) (amazon.de aff link) kaufen. Da ist dann auch ein EN-EL4a Akku, das passende Ladegerät und die entsprechende Abschlusskappe für den Akku im Batteriegriff dabei.

Der Preis war es dann auch, warum ich das Set nach kurzer Testphase nicht behalten habe. Für die gelegentliche Nutzung war mit das schlicht zu teuer.

Vor kurzem bin ich dann bei amazon.de über einen Nachbau gestolpert, den Aputure BP-D10 (amazon.de aff link). Im Gegensatz zu einigen anderen Billignachbauten, schien mir der Griff – zumindest den Bilder nach zu urteilen – recht ordentlich verarbeitet. Mit 75,- EUR war er auch im Rahmen dessen, was ich bereit bin für den Vorteil zubezahlen. Also hab ich ihn mir einfach mal bestellt. „[Zubehörtipp/Test] Aputure BP-D10 (Nachbau des Nikon MB-D10)“ Weiterlesen