[Zubehörtest] Dicapac Unterwassertasche WP-S10

51CA8h5JWZLVor kurzem ist die DiCAPac WP-S10 Unterwassertasche für Spiegelreflexkameras bei mir gelandet.

Die Tasche verspricht für einen Preis von ~60,- EUR die Kamera bis zu einer Wassertiefe von 5m 100% trocken zu halten. Hier meine Eindrücke dazu…

Haptik

Die Tasche fühlt sich ausreichend wertig an. Sie ist aus festem Kunststoff gefertigt. Die Befestigungen für den Gurt und der Dreh Verschluss vorne am Objektiv fühlen sich gut an. Der Klettverschluss schließt satt.

Der Verschluss oben an der Tasche hat bei mir erstmal ein ungutes Gefühl ausgelöst. Durch das „zusammenrollen“ des Taschenendes hat sich beim ersten Versuch der Clipverschluss gelöst. Beim zweiten Mal hat er allerdings gehalten.

Bedienung

Hier gibt’s Abzüge in der B-Note. Die Tasche hat insgesamt drei „Fingerlinge“, über die die Kamera bedient werden soll. Einen beim Auslöser, zwei für’s Objektiv. Der Auslöser klappt recht gut, die Bedienung des Objektivs kann man allerdings getrost vergessen. Die Kamera liegt einfach zu wackelig in der Tasche und die Folie hat keinen Grip am Objektiv um sinnvoll zoomen zu können.

Ab ins Wasser?

Wenn man sich also überwunden hat, sein teures Schätzchen einer Plastiktüte anzuvertrauen, sollte man vor dem ersten Gang ins’s Wasser einiges beachten:

  • Prüfung der Tasche auf Dichtheit!
    Sogar de Hersteller weist darauf hin, dass es Produktionstechnisch zu Mangeln in den Klebestellen kommen kann. Daher sollte man unbedingt die Tasche zunächst ohne Kamera (!) sondern z.B. mit Papiertüchern bestückt in der Badewanne testen.
  • Sorgfältiges Verschließen!
    Der Clipverschluss oben neigt beim Einschlagen des Endes dazu, sich zu lösen. Hier unbedingt vorsichtig und sorgfältig vorgehen und mit viel Fingerspitzengefühl arbeiten.
    Der Drehverschluss vorne am Objektiv ist ein weiterer Schwachpunkt. Hier unbedingt prüfen, ob sich Fremdkörper wie z.B: Sand, Steine, Haare im Gewinde oder auf dem Gummi abgesetzt haben. Der Deckel sollte natürlich fest verschlossen werden. Gegenhalten sollte man auch nicht am dünnen Kunststoff des Objektivschnorchels, sondern am vorgesehenen schwarzen Gegenring.
  • Kameravorbereitung!
    Mir war weder nachträgliches Zoomen, noch manuelles Fokussieren möglich. Daher habe ich bereits im Vorfeld die Kamera auf „3D-Tracking“-AF gestellt, wodurch immer das nächste Objekt fokussiert wird. Eine geschlossene Blende und eine ausreichend kurze Belichtungszeit helfen zusätzlich, scharfe und unverwackelte Bilder zu bekommen.

Ab ins Wasser!

Anbei drei Bilder, die mit der D800 und einem 17-35/2.8 aufgenommen wurden.

Tipps?

Ein paar Tipps von mir:

  • Passendes Objektiv. Ich hab die Tasche mit einem 24-70/2.8 und einem 17-35/2.8 ausprobiert. Das 17-35/2.8 finde ich passender, da der große Bildwinkel ungenaues Zielen besser verzeiht und zudem unter Wasser rein subjektiv bessere Eindrücke erzielt.
  • Der Durchmesser des Objektivschnorchels beträgt ziemlich genau 82 mm. Er ist auch recht lang. Beim 17-35/2.8 musste ich das Frontglas gegen das Objektiv drücken. Hier hilft es etwas, den Objektivschnorchel an den einzelnen Elementen einzuschlagen und damit zu kürzen. Evtl. kann man das Frontelement mit einem Erweiterungsring auf 82mm versehen und damit fest in den Schnorchel klemmen.
  • Kurze Belichtung. Die D800 war fast schon zu klein für die S10, ist aber zu groß für die S5. Daher hat die Kamera viel Luft in der Hülle. Um unscharfe Bilder durch die Verwackelung zu verhindern. Ich habe die besten Ergebnisse mit einer Belichtungszeit <1/250 erzielt.
  • Geschlossene Blende. Die Blende hab ich auf 6.3 gestellt, um evtl. Fehler des AF zu begrenzen

Fazit

Das WP-S10 ist eine günstige Möglichkeit, unter Wasser Bilder zu machen. Es ist sicherlich keine 100% Lösung und ich möchte die „Plastiktüte“ auch nicht für lange Tauchgänge verwenden, für’s schnorcheln oder Effektbilder aus dem Urlaub ist sie aber sicherlich zu gebrauchen.

Man darf hier den günstigen Preis nicht außer acht lassen. Es ist kein professionelles Unterwassergehäuse für >1.000,- EUR und auch keine professionelle Unterwassertasche von ewa-marine >200,- EUR, sondern ein 60,- EUR Produkt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Mir hat die Benutzung auf jeden Fall Spaß gemacht und Bilder ermöglicht, die ich ohne die Tasche nicht bekommen hätte (die mir aber auch 200/2000EUR nicht Wert gewesen wären).